|
 
|
Als Puni im Herbst 1914 nach St. Petersburg zurückkehrte, beschäftigte er sich trotz Kriegsausbruch mit der Organisation der "Ersten futuristischen Gemäldeausstellung "Tramwai W"", die er und Malewitsch
zu Beginn des Jahres konzipiert hatten. Zu dieser Zeit wurde Puni von den modernsten und radikalsten Bewegungen beeinflusst, die er in Paris sah und spürte. Es ist nicht bekannt, ob er Duchamp und seine
Experimente mit dem Ready-made damals kennengelernt hatte; wenn nicht, dann gingen sie parallele Kurse. Er war sowohl von Picasso, der vom Kubismus zum Relief überging, als auch von Tatlin, der die Ideen
der "Materialauswahl" entwickelte, stark beeindruckt. Andererseits gefielen ihm Malewitschs Ideen, insbesondere im Zusammenhang mit der alogischen Malerei.
Auf der "Letzten futuristischen Gemäldeausstellung "0,10"", die 1915 ebenfalls von Puni und Malewitsch organisiert wurde, ging die Entwicklung seines Stils noch weiter – in Richtung der suprematistischen
Skulptur. Weitere Informationen hierzu gibt es beispielsweise in А. Родионов. Новое о выставке «0,10» и о ее организаторе
Иване Пуни // Искусствознание, №1-2, 2020, с. 232-271.
Im Hinblick auf einige frühe Werke Punis, die sich heute in Westeuropa befinden, bleibt die Frage unbeantwortet, wie sie dorthin gelangten.
 |
 |
 |
 |
|
|
1914. Stiefel und Stuhl. Mischtechnik. In der Ausstellung „Tramwai W“ Kat.-Nr. 59. Verschollen. Foto von 1915 |
1914. Stillleben. Etüde. Mischtechnik. In der Ausstellung „Tramwai W“ Kat.-Nr. 53. Verschollen. Zeitungsfoto, März 1915 |
1914. Harmonika. Mischtechnik. 62 x 68 cm. In der Ausstellung „Tramwai W“ Kat.-Nr. 49. Staatliches Russisches Museum, St. Petersburg, Inv. ЖБ-1521 |
1914. Porträt der Frau des Künstlers. Öl auf Leinwand. 89 x 62,5 cm. In der Ausstellung „Tramwai W“ Kat.-Nr. 51. Staatliches Russisches Museum, St. Petersburg, Inv. ЖБ-1627 |
|
 |
 |
 |
 |
|
|
1915. Friseur. Öl auf Leinwand. 87 x 69 cm. In der Ausstellung „0,10“ Kat.-Nr. 98. Musée national d'art moderne, Paris |
1915. Fensterputz. Öl auf Leinwand. 85 x 67 cm. In der Ausstellung „0,10“ Kat.-Nr. 105 |
1915. Weiße Kugel. Mischtechnik. Ausgestellt in der Ausstellung „0,10“. Verschollen. Auf dem Foto - Nr. 105 des Werkverzeichnisses, Rekonstruktion der Puni-Werkstatt (1959-1960). 34 × 51 × 12 cm. Musée national d'art moderne, Paris |
1915. Ohne Titel. Mischtechnik. Auf dem Foto - Nr. 37 des Werkverzeichnisses, vermutlich eine Rekonstruktion der Puni-Werkstatt (1964-1966). 63 x 81 cm. Musée national d'art moderne, Paris |
|
|