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|   ROLLE VON XENIA BOGUSLAWSKAJA |
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Xenia Boguslawskaja (1892-1972) – Ehefrau, treue Verbündete und persönliche Managerin von Iwan Puni – widmete ihr Leben der Unterstützung ihres Mannes und nach seinem Tod der Popularisierung seines Werks.
Von Beginn ihres gemeinsamen Lebens an (1913) arbeitete Xana ausnahmslos bei allen seinen Projekten mit Iwan zusammen. Erwähnen kann man z.B. die Erste und die Letzte futuristischen Ausstellungen ("Tramway W" und "0.10")
im Jahr 1915, Dekoration von Petrograd zu den Revolutionsfeiertagen (1918) usw. Als Puni im November 1918 zum Professor an der ПГСХУМ ernannt wurde, schrieb sich Ksana als Studentin in seine Werkstatt ein und wurde
Werkstattsprecherin. Ein lebendiges Bild von Xana wurde von Gregorio Sciltian geschaffen, der in den frühen 1930er Jahren in Paris unter einem Dach mit Puni arbeitete:
Das Bizarrste an Giovannis oder, wie er im Russischen genannt wurde, Wanjas Familie war seine Frau Xana. Früher war sie ebenfalls Malerin gewesen. Sie war sehr schön - eine typisch kosakische oder
ukrainische Schönheit, mit glühenden Augen und einer üppigen Figur, von grosser Intelligenz und mit einer explosiven Energie begabt - der Typus Frau, den Scholochow in seinen Romanen schildert. Zu dem Zeitpunkt,
als ich dort auftauchte, war sie schon ein wenig verblasst, aber sie konnte einen immer noch in Erstaunen versetzen mit ihrem unermüdlichen Bestreben, Arbeit zu finden und den Namen ihres Mannes berühmt zu machen.
Sie war der Prototyp, die Synthese und der Höhepunkt jenes Typus von russischer Frau, die sich ganz ihrem Ehegatten widmet und ihm mit eisernem Willen in allen Belangen beisteht, um seine Person und seinen Namen
zur Geltung zu bringen. [...] Den ganzen Tag rannte sie herum, mit Punis Gemälden unter dem Arm. Sie verschaffte sich Zugang zu allen künstlerischen Kreisen und versuchte, jedermann von Giovannis Genie und vom Wert
seines Schaffens zu überzeugen. Unermüdlich knüpfte sie Kontakte, stellte sich auf guten Fuss mit den Kritikern, verkehrte freundschaftlich mit den Händlern, brachte Kunden. Indem sie die Hüte und Pullover kreierte -
neben ihrer heroischen Hingabe - ermöglichte sie es Giovanni, sich auf dem Sofa herumzulümmeln oder die Zeit mit seinem Hund zu vertrödeln [...] Gegen Abend, wenn ich am Fortgehen war, sauste dann seine Frau wie ein
Meteor ins Atelier, nach einem harten langen Tag voller Geschäftigkeit und Arbeitssuche. Sooft sie eine frischgemalte Leinwand von ihrem Gatten fand, war sie glücklich: "Wanja! Du hast ja gearbeitet! Wie glücklich
mich das macht! Aber das ist ja ein wahres Meisterwerk! Ich nehme es morgen gleich mit zu Marcel Bernheim, oder besser zu Bing. Du hast genau seinen Geschmack getroffen! Was für eine Sensibilität und Poetik und was
für ein Pinsel! Vielleicht wäre es noch besser, es zu Hessel zu bringen. Du wirst sehen, er nimmt dich gleich unter Vertrag. Diese Landschaft ist voller Poetik ...". "Stilleben", bemerkte Vanja mit schüchterner
Stimme. "Das ist egal", fuhr Xana fort und blickte mich dabei triumphierend an, "was zählt ist die tiefe Sensibilität — das ist das wichtigste in der Malerei."
(Gregorio Sciltian. Mia avventura. Milano: Rizzoli, 1963).
Xana war mit dem Pariser Kunstmarkt bestens vertraut, wo sie selbst als Vermittlerin nicht nur für die Werke ihres Mannes, sondern auch anderer Künstler tätig war – zumindest seit 1926. Bekannt sind insbesondere
ihre Geschäftsbeziehungen zu André Derain und Marie Laurencin. Mit der Zeit entwickelte sie sich zu einer erfahrenen Kunsthändlerin und kannte den Kunstmarkt von allen Seiten, ob hell oder dunkel.
Als Puni starb, organisierte Xana seine Retrospektivausstellungen, stellte Ausstellungskataloge zusammen, schenkte seine Werke Museen, verkaufte sie an Museums- und Privatsammlungen, druckte Reproduktionen und
bereitete Material für ein Werkverzeichnis vor. In Briefen an Freunde beklagte sie sich oft über den enormen Arbeitsaufwand und den Zeitmangel, so etwa in einem Brief an Schklowski vom 18. November
1962 (РГАЛИ 562-2-653):
"Jetzt muss ich weitermachen – Bücher, Ausstellungen, das Archiv in Ordnung bringen und Gemälde an französische und ausländische Museen verteilen (ich verkaufe an Privatpersonen nur bei Bedarf und zu einem
unverschämten Preis), weil ich mich beeilen muss, da ich habe Angst zu sterben, ohne es fertig zu bringen. Allerdings braucht man nun keine Angst mehr zu haben, denn Wanja kommt bereits mit den "Größten" zusammen.
Einige Artikel sind entsprechend betitelt "Ereignis in Paris: Ausstellungen von Goya, Braque und Pougny." Aber es gibt absolut niemanden, dem man die Fortsetzung anvertrauen kann, nicht die kaufmännische, sondern
geistige."
1959/1960 schenkte Xana dem französischen Staat 12 Gemälde von Puni und 1966 weitere 50 Werke - Gemälde und Zeichnungen. Heute werden sie im Musée national d'Art Moderne in Paris aufbewahrt.
Xana erwies sich als vorbildliche Kameradin. Von einer solchen Unterstützung kann jeder Künstler nur träumen, aber in ihrem Eifer scheint sie es ein wenig übertrieben zu haben. Sie wollte das Werk ihres Mannes
in seiner ganzen Fülle und Brillanz präsentieren, doch ein Problem stand ihr im Weg: Die meisten frühen Arbeiten Punis blieben in Russland. Xana unternahm alle Anstrengungen, um an sie heranzukommen, musste jedoch
feststellen, dass viele frühe Werke entweder verloren oder unzugänglich waren. Dann wagte sie, einige davon selbst wiederherzustellen. So entstand eine Reihe von Reliefs, Gouachen und Linolschnitten. Man hätte
nichts einzuwenden, wenn Xana ihre Rekonstruktionen offen mit ihrem Namen und Datum unterzeichnet hätte. Sie entschied sich jedoch dafür, diese rückwirkend ihrem Mann zuzuschreiben, offenbar davon ausgehend,
dass sie als professionelle Künstlerin und Gleichgesinnte in der Lage war, seine Werke vollständig und identisch zu rekonstruieren. Xanas Zweifel an der Richtigkeit des eingeschlagenen Weges werden indirekt
durch einen Satz im selben Brief belegt:
"Also kann ich bis 3-4 Uhr nachts nicht einschlafen, ich wälze mich hin und her und quäle mich darum, keinen Schaden anzurichten und nichts Dummes zu tun. Obwohl ich Aktivitäten „nach draußen“ gewohnt bin, war immer
Wanja da, der, wenn ich mich zu sehr verstieg, den Brunnen sofort stoppte."
Es sieht so aus, als hätte Xana sich doch „verstiegen“. Die von ihr und unter ihrer Leitung entstandenen Werke – Rekonstruktionen oder Reproduktionen, autorisierte von der Frau des Künstlers – werden in den
Rubriken AQUARELL, GOUACHE, RELIEFS, LINOLSCHNITTE, LITHOGRAPHIEN besprochen.
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Xenia Leonidowna Boguslawskaja (Pougny) (1892-1972) vor 1917 werden die Daten nach dem alten Kalender angegeben
| 24. Januar 1892 |
In Odessa wurde Xenia Leonidowna Bogoslowskaja (sic!) geboren.
Der Vater - Leonid Iwanowitsch Bogoslowski (01.01.1854, Gouvernement Jaroslavl — 22.07.1902, Talienvan, Pachtgebiet Kwantung).
Die Mutter - Wera Fedorowna Bogoslowskaja (geb. Alabugina, Leutenants Tochter; 26.04.1858, Odessa – 16.08.1921, Petrograd).
In Odessa wohnte die Familie im Pawlowsk Gebäude am Kulikowo Pole Pl. (Kanatnaja Str., 81).
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| 1899 |
Wera Bogoslowskaja mit ihren Kindern - Xana und ihrem älteren Bruder Leonid (2. Dezember 1880, Odessa – 1940, Leningrad) fuhr aus Odessa zu ihrem Mann, der ab Mai 1898 auf dem Pachtgebiet Kwantung in China diente.
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| 1902-1903 |
Xanas Vater - Oberstleutnant Leonid Iwanowitsch Bogoslowski - starb an Ruhr im Krankenhaus von Talienvan, Pachtgebiet Kwantung (22.07.1902).
Fast ein Jahr lang bemühte sich Wera Fedorowna um die Militärpension in Port-Arthur, dann kehrte sie mit den Kindern im Sommer 1903 nach Russland zurück. Sie hat sich in St. Petersburg niedergelassen und wohnte zuerst
in Barmaleewa Str., dann ab 1907 in Lakhtinskaja Str., 30. Am 1. September 1903 ging Xana in die Frauenschule von Prinzessin Therese von Oldenburg (Kamennoostrowski Pr., 36).
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| 1908 |
Xana hat die Schule erfolgreich mit Abitur am 27. Mai 1908 absolviert.
Im Sommer 1908, auf einer Dacha in Kuokkala lernte sie Iwan Puni kennen.
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| 1909-1910 |
Sie besuchte Zeichenunterricht in der Kunstakademie, wo ihr cousin Sergei Turkowski studierte.
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| 1910-1911 |
Sie nahm an politischen Aktivitäten teil. Um der Verfolgung zu entgehen, heiratete sie einen Kolossow und ging mit ihm zusammen aus Russland zuerst nach Galizien (Lemberg, Karpaten), dann nach Wien und weiter
nach Neapel. In Neapel schlug sie ein Studium an der Kunstakademie an.
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| 1912 |
In Neapel traf sie Iwan Puni, der einen Abstecher aus Paris gemacht hat (Februar 1912). Ganz über Kolossow vergessen, ging sie mit Iwan nach Capri. Umzug nach Paris zu Puni (März 1912). Bald ging Iwan nach Russland,
und Xana blieb in Paris, wo sie private Malschulen besuchte (l'Académie russe und Académie de la Grande Chaumière).
Im Mai 1913 kehrte sie unter dem Namen Boguslawskaja nach St. Petersburg zurück. |
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1913-1956 |
Iwan und Xana sind ein unzertrennliches Paar. |
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28. Dezember 1956
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Iwan Puni starb a Herzinfarkt. Xana organisierte eine Beerdigung 1. Klasse auf dem Friedhof Montparnasse am 2. Januar 1957.
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1957-1958 |
Sie hat vier große retrospective Ausstellungen von Puni durchgeführt. |
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1959 |
Erste Reise nach Moskau und Leningrad (Juli-August). |
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1959-1966 |
Sie hat vierzehn retrospective Ausstellungen von Puni in Museen und Galerien durchgeführt. |
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1966 |
Sie schenkte dem Französischen Staat 50 Werke von Puni (Gemälde und Zeichnungen). Früher (1959/1960) hat sie bereits 12 Gemälde geschenkt. |
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3. Mai 1972 |
Xenia Bogoslowskaja starb in Herblais bei Paris in der Seniorenresidenz "Les Erables", wo sie unter Aufsicht ihrer Pflegerin (und designierter Erbin) Marguerite Sadeler weilte. |
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